Neuer Blog-Artikel

Ein weiteres Buch aus der Weisheitsliteratur der Bibel steht ab heute in den Meßfeiern im Mittelpunkt: Kohelet.  Daraus sind die Anfangsworte sehr bekannt: „Windhauch Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles  Windhauch“. Diese Aussage stellt der Weisheitslehrer vielen Alltagssituationen voran, ist er dabei Pessimist oder Realist? Will er uns jedes Vergnügen und jede Annehmlichkeit madig machen oder möchte er uns helfen, mit ihnen so umzugehen, dass sie eine Hilfe sind?  Gehen wir selbst einmal diesen Versen nach und übertragen wir sie auf unsere Lebenserfahrungen. Niklaus von Flue, der mit 50 Jahren seine Familie (Frau und 10 Kinder) verliess, um Einsiedler zu werden und sich dem  Gebet und der  Beratung von Mitmenschen zu widmen, hat wahrscheinlich solch eine tiefe Erfahrung gemacht: worauf kommt es an? Wofür möchte ich leben? Marcel Legaut machte eine ähnliche Lebenserfahrung; Franz von Assisi und viele andere bekannte und unbekannte Glaubensgeschwister. Nachdenklich stimm das allemal.

Aus dem Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus:

III. Die Vorbereitung auf die Predigt

145.  Die Vorbereitung auf die Predigt ist eine so wichtige Aufgabe, dass es nötig ist, ihr eine längere Zeit des Studiums, des Gebetes, der Reflexion und der pastoralen Kreativität zu widmen. In aller Freundlichkeit möchte ich hier nun einen Weg der Vorbereitung auf die Homilie vorschlagen. Es sind Hinweise, die einigen als selbstverständlich erscheinen mögen, aber ich halte es für angebracht, sie zu empfehlen, um an die Notwendigkeit zu erinnern, diesem wertvollen Dienst eine bevorzugte Zeit zu widmen. Manche Pfarrer pflegen dagegen einzuwenden, das sei aufgrund der vielen Obliegenheiten, die sie erledigen müssen, nicht möglich. Dennoch wage ich zu bitten, dass dieser Aufgabe jede Woche persönlich wie gemeinschaftlich eine ausreichend lange Zeit gewidmet wird, selbst wenn dann für andere, ebenfalls wichtige Aufgaben weniger Zeit übrig bleibt. Das Vertrauen auf den Heiligen Geist, der in der Verkündigung wirkt, ist nicht rein passiv, sondern aktiv und kreativ. Es schließt ein, sich mit allen eigenen Fähigkeiten als Werkzeug darzubieten (vgl. Röm 12,1), damit sie von Gott genutzt werden können. Ein Prediger, der sich nicht vorbereitet, ist nicht „geistlich“, er ist unredlich und verantwortungslos gegenüber den Gaben, die er empfangen hat.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0