Neuer Blog-Artikel

Kohelet führt seine Überlegungen weiter indem er sagt : „alles hat seine Zeit(seine Stunde)“. In 7 Strophen mit je 4 Ereignissen zählt er 28 Zeiten auf. Manchmal denke ich dabei, dass es wohl so nicht in der Bibel stehen sollte : eine Zeit zum Lieben, eine Zeit zum Hassen, eine Zeit zum Töten, eine Zeit zum Heilen“. Doch im Anschauen und Betrachten des Lebens kommt all das vor, vielleicht nicht im eigenen Leben, aber insgesamt wohl.  Eigenartig ist die Schlussfolgerung im Vers 11: „ Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. „ Lieben wirklich all die erwähnten Zeiten in Gottes Hand und Wille? Vielleicht will der Autor sagen, dass über dem Wollen und Tun des einzelnen Menschen immer noch eine Welt besteht, die der Einzelne nicht in seiner Macht beeinflussen kann.

Was denken Sie zu diesen Versen, die manchmal sogar für eine Hochzeitsfeier ausgewählt werden.?

Aus dem Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus:

Der Dienst der Wahrheit

146. Nachdem man den Heiligen Geist angerufen hat, ist der erste Schritt, die ganze Aufmerksamkeit dem biblischen Text zu widmen, der die Grundlage der Predigt sein muss. Wenn jemand innehält und zu verstehen versucht, was die Botschaft eines Textes ist, übt er den »Dienst der Wahrheit«[113] aus. Es ist die Demut des Herzens, die anerkennt, dass das Wort Gottes uns immer übersteigt, dass wir » weder ihre Besitzer noch ihre Herren sind, sondern nur ihre Hüter, ihre Herolde, ihre Diener«[114]. Diese Haltung einer demütigen und staunenden Verehrung des Wortes Gottes äußert sich darin, dabei zu verweilen, es sehr sorgfältig zu studieren, in heiliger Furcht davor, es zu manipulieren. Um einen biblischen Text auslegen zu können, braucht es Geduld, muss man alle Unruhe ablegen und Zeit, Interesse und unentgeltliche Hingabe einsetzen. Man muss jegliche Besorgnis, die einen bedrängt, beiseite schieben, um in ein anderes Umfeld gelassener Aufmerksamkeit einzutreten. Es ist nicht der Mühe wert, einen biblischen Text zu lesen, wenn man schnelle, einfache oder unmittelbare Ergebnisse erzielen will. Deshalb erfordert die Vorbereitung auf die Predigt Liebe. Einzig den Dingen oder Personen, die man liebt, widmet man eine Zeit, ohne Gegenleistung zu erwarten und ohne Eile; und hier geht es darum, Gott zu lieben, der sprechen wollte. Von dieser Liebe her kann man die ganze Zeit, die nötig ist, in der Haltung des Jüngers verweilen: »Rede, Herr; denn dein Diener hört« (1 Sam 3,9).


Kommentar schreiben

Kommentare: 0