17.8.2018- -B-II- -19.W.3.- -Jutta- -(Ez.16,59-63/Jes.12,2/Mt.19,3-12)

Nach der langen Rede über die Gemeinschaft der Christen (Kirche) im 18.Kapitel, kommt Matthäus nun wieder zu Streitgesprächen Jesu mit Menschen, die Ihn angreifen. So möchten im heutigen Text einige Pharisäer Ihm eine Falle stellen über Ehe und Entlassung aus der Ehe (Scheidung). Mose hatte im Laufe der Zeit eine Klausel für eine Entlassung aus der Ehe zugestanden. Jesus kommt auf den ursprünglichen Sinn der Ehe, wie Gott es gemeint und gewollt hat. „ was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“. Nicht darauf aus sein, einen Grund zur Trennung suchen, sondern immer danach bestrebt sein, wie die Bindung gestärkt werden kann.

 

Das ist keine leichte und leichtfertige Kost, sondern eine tiefe Aussage über Liebe, die nicht nur Verliebtsein beinhaltet, sondern Entscheidung füreinander unter den Augen Gottes. Wir können es so sagen: ab der Hochzeit nimmt die liebe nicht ab, sondern zu; sie wandelt sich, erneuert sich, vertieft sich. Natürlich gibt es auch aus welchen Gründen auch immer ein Abnehmen, ja Absterben. Dies festzustellen ist immer Schmerz und eine Trennung kein Grund zum Jubel. Eine neue Beziehung und Ehe ist dann wohl immer auch ein Versuch nach einer schmerzlichen Erfahrung.

 

Ähnlich gilt es für die Ehelosigkeit: sie soll und kann ein Zeichen der Liebe Gottes sein, die ein ganzes Leben erfüllt- hier gilt ebenfalls die Treu in einem sich wandelnden Leben: Gottes Liebe zu uns ist unverbrüchlich, unsere zu Ihm immer eine Entscheidung, manchmal leicht, manches Mal schwer. Immer geht es in beiden Lebenshaltungen um die Liebe. Keine Zwangsjacke, aber eine lebendige Beziehung, Freundschaft, die sich vertieft und reift. Vertrauen wir nicht nur der eigenen Liebeskraft, geben wir Gottes Liebe die Chance uns zu tragen und zu halten.