Di.28.7.2026-A-II-17.W.Ps-1-Innozenz I.-Benno-Joh.Seb.Bach-(Jer.14,17-22/79/Mt.13,36-43)

Die Evangelientexte der letzten Sonntag mit den Gleichnissen werden uns auch an Wochentagen vorgelegt. Es ist alles schon bekannt, doch die Gleichnisse des Herrn sind-wie viele andere Worte der Biebl- eher eine in Poesie des Alltags gehüllte Botschaft als wissenschaftlich Erklärungen. Heute geht es wieder um das Unkraut, das mit dem guten Weizen gemeinsam aufwächst und fast nicht sofort unterschieden werden kann vom Weizen. Daher: es nicht zu schnell ausreißen, es wird eine Zeit dafür kommen. Und nicht wir selbst entscheiden dann, sondern Gott.

Es ist in der Welt und in uns selbst oft mehr am Werk als wir auf den ersten Blick wahrnehmen, und es wächst auf dem Acker der Welt und unseres Lebens mehr als wir zunächst ahnen, wahrnehmen können und wollen. In der Welt, in den Gemeinschaften groß und klein gibt es immer wieder Widerspruch, Aufbegehren, Verletzung, Opposition, ob wir es geplant haben oder nicht, gewollt oder gegen den Willen. Es ‚braut sich etwas zusammen, plötzlich, ungewollt- oder es bricht etwas auf, das längst vergessen war, aber doch nicht weg ist‘ Dann kann es befriedet werden, oder andere Reaktionen auslösen, sich verhärten, sich wehren, tiefer bohren…

Wir kennen uns dann selbst nicht wieder, oder wir erkennen uns dann noch von anderen Seiten her.

Gott hat die Welt und uns doch gut gewollt und herrlich gemacht, wie kommt ‚es denn, dass wir so unbeschützt verletzt werden und zum Verletzen bereit sind?  Da ist das Geheimnis unseres Lebens und unserer Freiheit zuständig. Wir alle sind nicht in eine Form gepresst, sondern alle zum Leben berufen, mit allen Möglichkeiten, den guten und den verletzenden. Mit dieser Realität müssen wir lernen zu leben und zu glauben, zu lieben und zu hoffen. Gott kennt uns so, hilft uns, nicht aufzugeben, zu hoffen und zu lieben und an uns arbeiten zu lassen. Er wird dann selbst die Ernte unseres Lebens einfahren und entscheiden, was bleibt und was entbehrlich ist.

 

„Herr Jesus Christus, da Du Mensch warst wie wir, kennst Du uns und weißt um unsere Wankelmütigkeit: wir wollen das Gute und schaffen es doch nicht immer. Wir wollen Deinen Weg gehen und bleiben doch auf unserem verhaftet. Du hast Gottes Geduld mit uns und hoffst auf den guten Ertrag der Lebens- und der Welternte. Wir legen unsere Hand in Deine und lassen und begleiten und leiten. Stärke in uns dieses Vertrauen.“